ifo Wirtschaftsklimaindex: Globaler Aufschwung vor dem Aus?
Der globale wirtschaftliche Aufschwung könnte seinen Zenith überschritten haben, wie die Zahlen des aktuellen ifo Wirtschaftsklimaindex belegen. Besorgnis bereitet den Ökonomen vor allem eine Entwicklung: Ausgerechnet der Motor der Weltkonjunktur gerät ins Stottern. So ist der Klimaindikator in Nordamerika „deutlich gesunken und erstmals seit vier Jahren unter seinen langfristigen Durchschnitt gefallen“, wie das in München ansässige ifo Institut jetzt mitteilt. Zudem seien in den USA „sowohl die Lageurteile als auch die wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Halbjahr nach unten revidiert worden“, auch in Großbritannien, Irland und Spanien rechnen die Experten mit einer Abkühlung. Ist die globale Boom-Party zu Ende?
Vieles spricht dafür, dass die bisherige Phase des globalen ökonomischen Wachstums kippen könnte. Der ifo Wirtschaftsklimaindex fällt nämlich in den drei großen Wirtschaftsregionen Westeuropa, Nordamerika und Asien unterschiedlich aus: In Westeuropa ist der ifo Klimaindikator erneut gestiegen und erreicht ein sechsjähriges Hoch. Besonders günstig wird die aktuelle Wirtschaftslage nach wie vor in den skandinavischen Staaten sowie in Deutschland und den Niederlanden bewertet.
In Großbritannien, Irland und Spanien rechnen die befragten Experten dagegen mit einer konjunkturellen Abkühlung in den kommenden sechs Monaten. In Nordamerika ist der Klimaindikator deutlich gesunken und erstmals seit vier Jahren unter seinen langfristigen Durchschnitt gefallen. In den USA sind sowohl die Lageurteile als auch die wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Halbjahr nach unten revidiert worden. Auch in Asien ist der Klimaindikator gefallen, er bleibt jedoch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Vor allem in Japan, Indien und Hongkong sind die wirtschaftlichen Erwartungen weniger optimistisch als zu Anfang des Jahres. In China wird dagegen weiterhin eine positive Wirtschaftsentwicklung erwartet. Insgesamt rechnen die WES-Experten für 2007 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in dieser Region.
Die Inflationserwartungen für das Jahr 2007 haben in den USA (mit 2,9% gegenüber 2.5% im Januar 2007) etwas angezogen und sind in Westeuropa (mit 2,1%) stabil geblieben. In Asien dagegen haben sie sich (mit 2,5% gegenüber 2,8% im Januar) leicht abgeschwächt. Etwas mehr WES-Experten als in der vorangegangenen Erhebung rechnen mit steigenden Zentralbankzinsen; die langfristigen Zinsen werden sich ihrer Meinung nach dagegen weiterhin nur wenig verändern. Der US-Dollar gilt im Länderdurchschnitt als leicht und der japanische Yen als deutlich unterbewertet. Dagegen erscheinen den WES-Experten der Euro und das britische Pfund nach wie vor als überbewertet.
Seit 1981 befragt das ifo Institut im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet. An der jüngsten Erhebung im April 2007 nahmen 1.024 Experten aus 91 Ländern teil. Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt.
Eine ausführliche regionale Analyse wird im vierteljährlichen CESifo World Economic Survey veröffentlicht.
Für den Volltext-Zugang zu unseren Inhalten bitte mit Ihrem Usernamen/Passwort hier einloggen, wenn Sie bereits zahlender Abonnent von LifeGen.de sind. Passwort vergessen?
Falls Sie kein zahlender Abonnent sind, dann können Sie unseren ClickandBuy Service nutzen.
Bestellen Sie unseren KOSTENLOSEN Newsletter mit dem Nachrichten-Überblick