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Entstehung von Leben im Kosmos folgt einem Naturgesetz

Foto: NASAWas wissen wir im Jahre 2009 über außerirdische Lebensformen? Zwar glauben die meisten Wissenschaftler, dass „irgendwo im All“ weiteres Leben existiert. Nachgewiesen konnte es bisher jedoch nicht. Der Nachweis eines universellen Evolutions-Prinzips könnte die Diskussion über die Lebensentstehung im Universum jedoch auf eine völlig neue Basis stellen.
von Rolf Froböse


Der Frankfurter Physiker Prof. Dr. Thomas Görnitz ist davon überzeugt, dass das Weltall von Leben erfüllt ist. Auffallend sei, so Görnitz, dass der genetische Code des Lebens universell gelte. „Ganz gleich ob Bodenbakterium, Elefant oder Mensch, die Information zur Synthese der spezifischen Proteine ist immer auf die gleiche Art verschlüsselt“, argumentiert der Wissenschaftler. Dies sei ein Beleg für einen universellen kosmischen Code. Görnitz weiter: „Ich sehe Leben in erster Linie weniger als einen Kampf ums Dasein an, sondern vielmehr als einen unumgänglichen Schritt in der kosmischen Entwicklung an.“ Dieser könne nur durch widrige Umweltbedingungen unterbunden werden.

Wo gibt es im Universum also geeignete Umweltbedingungen, damit die kosmische Information auf fruchtbaren Acker fällt? Als wichtigste Voraussetzung für die Entstehung höheren Lebens gilt die Existenz von flüssigem Wasser auf der Oberfläche eines Himmelskörpers. Das setzt zum einen voraus, dass ein Planet innerhalb einer so genannten Lebenszone um „seine“ Sonne kreist, in der es weder zu heiß noch zu kalt sein darf. Zum anderen muss dieser Himmelskörper eine ausreichende Masse besitzen, damit er dauerhaft eine Gashülle an sich binden kann. In unserem Sonnensystem befindet sich der Mars zwar in einer kalten Randlage, aber gerade noch innerhalb der Lebenszone. Leider ist er etwas zu klein geraten und hat den größten Teil seiner ursprünglichen Atmosphäre verloren, so dass er im heutigen Zustand als Träger von höherem Leben ausscheiden muss. Es konnte aber eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass es auf dem roten Wüstenplaneten einmal flüssiges Wasser in Form von Flüssen und Meeren gegeben haben muss. Niemand weiß genau, wie lange dieser Zustand angehalten hat. Sollte er einen Zeitraum von 1 Milliarde Jahren überdauert haben, könnte auf dem Mars ähnlich wie auf der Erde zunächst Leben entstanden sein, das aber auf Grund widriger Umweltbedingungen erlöschen musste.

Wie sieht es außerhalb unseres Sonnensystems oder gar unserer Galaxis aus? Der australische Astronom Simon Driver beziffert allein die mit modernen Teleskopen fassbare Sternenzahl auf 70 Trilliarden, das ist eine 7 mit 22 Nullen, wobei die tatsächliche Zahl der Sterne noch um Größenordnungen darüber liegen dürfte. Doch wie ist es mit den Lebenszonen anderer Sterne bestellt? Die besten Kandidaten sind solche Sterne, die hinsichtlich ihrer Masse unserer eigenen Sonnen ähneln. Das liegt daran, dass sehr große, massereiche Sterne zwar wegen des geringeren Temperaturgefälles in ihrer Umgebung über eine breite Lebenszone verfügen, die Entwicklung von Leben auf etwaigen Planeten dieser Sterne aber dadurch vereitelt wird, weil diese mit ihrem Energievorrat sehr verschwenderisch umgehen, wodurch ihre Lebensdauer zum Teil deutlich unter einer Milliarde Jahren liegt, was zumindest für die Entwicklung höherer Lebensformen zu kurz ist.

Das gegenteilige Szenario finden wir bei Zwergsternen. Diese verfügen über eine sehr lange Lebensdauer, allerdings schrumpft bei den Zwergen die Lebenszone auf einen schmalen Korridor zusammen. Hier ist die statistische Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass ein Planet in diesem Sektor seine Bahn zieht, ausgeschlossen ist es aber nicht. Als Besonderheit kommt hinzu, dass die Lebenszone bei den „Zwergen“ sehr nah am Stern liegt, und der in Frage kommende Planet aus physikalischen Gründen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gebundene Rotation aufweist. Diese hat zur Folge, dass auf der einen Hemisphäre ständig Nacht herrscht, während auf der anderen die Sonne niemals untergeht. Im Jahre 2007 wurde ein neuer Exoplanet entdeckt, Gliese 581 c genannt, der sich in der Lebenszone des 20.5 Lichtjahre von der Erde entfernten Zwergsterns Gliese 581. Auf Grund der gebundenen Rotation wäre eine Hemisphäre sehr heiß und die andere sehr kalt, doch in der dämmrigen Zwischenzone könnte es lauschig warm, wegen des erforderlichen atmosphärischen Temperaturtransports aber auch sehr stürmisch sein. Der Paläontologe Simon Conway von der britischen Universität Cambridge hält es dennoch für möglich, dass dort Leben existiert.

Prof. Görnitz sieht es wiederum als einen inhärenten Wesenszug der kosmischen Information an, dass sie auf Leben zielt und damit auf die Möglichkeit, Informationen zu speichern, zu verarbeiten und mit Bedeutung zu versehen. Im Zuge der Ausdifferenzierung der kosmischen Information entstehe mit den Lebewesen die Möglichkeit, dass Information Bedeutung gewinnt. Aufwind bekommt seine These durch die im Sommer 2008 erfolgte Entdeckung der Physiker Prof. Friedemar Kuchar und Dr. Roland Brunner von der österreichischen Montanuniversität Leoben. Diese konnten erstmals nachweisen, dass Darwins Prinzipien der Evolution selbst für die kleinsten Bausteine der Materie gelten.

Der Autor ist Verfasser des Buches „Die geheime Physik des Zufalls. Quantenphänomene und Schicksal“ (Edition BoD, 2008). Darin wird unter anderem veranschaulicht, wie sich Quantenzustände mit ihren gespeicherten Informationen unter anderem in den ersten Genen verwirklicht haben, woraus sich wiederum Konsequenzen für die vielfältigen Möglichkeiten außerirdischen Lebens ziehen lassen.


(2009-01-14)

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