Oxford-Ökonom fordert seit 2007 Grundeinkommen für jedes Kind
English Lesson für die Bundesregierung: Der britische Ökonom Anthony Atkinson fordert seit dem Jahr 2007 die europaweite Einführung eines Grundeinkommens für Kinder - bislang ohne Erfolg. Das sei das einzig probate Mittel gegen die zunehmende Kinderarmut. Es müsse jedem Kind „ohne weitere Bedingungen“ gezahlt werden, sagte Atkinson in seiner Rede anlässlich der Verleihung des A.SK Social Science Award vor zwei Jahren in Berlin. Jeder Mitgliedstaat der EU müsse für die Umsetzung und die Wahl der Instrumente selbst verantwortlich sein. „Die zukünftigen Lebenschancen der Kinder hängen entscheidend davon ab, wie sie heute aufwachsen“, begründete der Preisträger damals seinen Vorschlag.
Atkinson, Professor für Finanzwissenschaft in Oxford, forscht seit Jahrzehnten über Verteilungs- und Einkommensfragen. Er erhielt den A.SK-Preis für seine Arbeiten über soziale Ungleichheit. Als Forscher hat er dazu beigetragen, dass die Europäische Union heute Armut in den Mitgliedstaaten vergleichend messen und Fortschritte in der Armutsbekämpfung überprüfen kann.
Der A.SK Social Sciene Award wurde am 4. Dezember erstmals vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) vergeben. Der Preis würdigt Forschungen in den Sozialwissenschaften, die Anstöße für gesellschaftliche Reformen geben. Er wird künftig alle zwei Jahre vom WZB verliehen.
Mit einem Preisgeld von 100.000 Euro gehört der A.SK Social Science Award zu den weltweit höchst dotierten Auszeichnungen in den Sozialwissenschaften. Stifter des Preises ist das chinesische Unternehmerpaar Angela und Shu Kai Chan. Sie statten eine in Gründung befindliche Stiftung mit rund sechs Millionen Euro Startkapital aus.
(2009-08-27)
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