Google Boom: Online-Bibliothek Europeana verdoppelt Inhalte
Die Zahlen sind beeindruckend und dürften Google erfreuen: 4,6 Millionen digitale Bücher, Gemälde, Filme und Fotos aus europäischen Sammlungen sind kostenlos im Internet zugänglich. Neun Monate nach ihrem Start hat sich Europas Online-Bibliothek Europeana damit verdoppelt, wie ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt. EU-Medienkommissarin Viviane Reding begrüßte die Entwicklung, wies jedoch gleichzeitig darauf hin, "dass nur fünf Prozent aller digitalisierten Bücher in der EU auch über Europeana zu finden sind". Der Anteil deutscher digitaler Inhalte beispielsweise hat sich von ursprünglich einem Prozent auf immerhin 15,4 Prozent verbessert.
Allerdings liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter Frankreich, das mit 47 Prozent fast die Hälfte aller Objekte auf Europeana stellt. Reding rief die Mitgliedstaaten daher auf, ihre Hausaufgaben zu machen. Bis 2010 sollen zehn Millionen Dokumente über Europeana abrufbar sein.
Die beträchtlichen Fortschritte im Aufbau von Europeana führen nach Ansicht der EU-Kommission aber auch vor Augen, welche Herausforderungen und Probleme mit dem Digitalisierungsprozess verbunden sind. Derzeit umfassen die Bestände hauptsächlich digitalisierte Bücher, die gemeinfrei sind, also nicht mehr unter das Urheberrecht fallen (der urheberrechtliche Schutz gilt bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors). Aus rechtlichen Gründen enthält Europeana momentan weder vergriffene Werke (etwa 90 Prozent der Bücher in Europas Nationalbibliotheken) noch verwaiste Werke (schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der urheberrechtlich geschützten Bestände), für die noch ein urheberrechtlicher Schutz besteht, wenngleich der Autor nicht bekannt ist.
Das Europeana-Projekt macht deutlich, dass die Lizenzvergabe für urheberrechtlich geschütztes Material in Europa nach wie vor in einem stark fragmentierten rechtlichen Rahmen erfolgt. So musste in diesem Jahr eine französische Sammelstelle Fotografien aus dem Bestand von Europeana entfernen, da sie lediglich berechtigt war, das Material in Frankreich zu verbreiten. Zur Erörterung all dieser Fragen hat die Kommission heute eine öffentliche Konsultation über die Zukunft von Europeana und die Digitalisierung von Büchern eingeleitet. Die Konsultation wird bis zum 15. November 2009 laufen. (2009-08-31)
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