Schweinegrippe-Impfung als tödliches Risiko ausgemacht
Die auch in Deutschland startende Impfkampagne gegen das Schweinegrippe-Virus H1N1 A könnte zu einer Welle von Verdachtsfällen unerwünschter Reaktionen führen, berichtet das Fachblatt Lancet in seiner aktuellen Ausgabe (2009; doi:10.1016/S0140-6736(09)61877-8). Danach sei vor allem mit der Zunahme der als lebensbedrohlich geltenden Gullian-Barré-Syndrome zu rechnen, bei der die Atmung der Patienten aussetzen kann. Auch Aborte bei Schwangeren und bestimmte Formen von Multipler Sklerose scheinen möglich.
Bei dem Guillain-Barré-Syndrom (GBS), handelt es sich um ein neurologisches Erkrankungsbild, das durch eine Polyradikulitis verursacht wird. Darunter verstehen Mediziner "eine entzündliche Erkrankung der aus dem Rückenmark hervorgehenden Nervenwurzeln (Radikulitis) und der peripheren Nerven mit Lähmungserscheinungen, die typischerweise an den Beinen beginnen und sich bis hin zur Atemlähmung ausbreiten können", wie das Web-Lexikon Wikipedia erklärt.
Als ursache gilt eine autoimmune Zerstörung der isolierenden Myelin-Schicht der Nerven. Polyradikulitis ist die häufigste Ursache akut auftretetender symmetrischer Lähmungen in der westlichen Welt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 1.000 bis 1.500 Menschen daran.
Wie auch das Ärzteblatt in seiner aktuellen Online-Ausgabe berichtet, wäre eine solche Ausbreitung keinesfalls neu. "In den USA wurden im Jahr 1976/77 schon einmal etwa 100 Millionen Menschen gegen eine Schweinegrippe geimpft. Die Kampagne wurde damals abgebrochen, nachdem die befürchtete Epidemie ausblieb und es zu einer vermehrten Zahl von Gullian-Barré-Syndromen gekommen war, die später teilweise auf die Impfung zurückgeführt wurden", schreibt das Ärzteblatt unter Berufung auf eine entsprechende Studie des Jahres 1979 (Am J Epidemiol 1979; 110: 105-23)
Damit nicht genug. Aufgrund von US-Zahlen rechnen Experten in Großbritannien "innerhalb der ersten 6 Wochen mit 86,3 Fällen einer Neuritis nervi optici, ein bekanntes Initialsymptom der multiplen Sklerose, unter 10 Millionen geimpften Frauen", wie das Ärzteblatt berichtet. zudem kämen auf eine Million geimpfter Schwangerer "397 Spontanaborte innerhalb eines Tages nach der Impfung".
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(2009-11-16)
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