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H1N1 Schweinegrippe: Berlin rechnete schon 2008 mit Pandemie

This 2005 photograph of the Centers for Disease Control and Prevention’s Dr. Terrence Tumpey, one of the organization’s staff microbiologists and a member of the National Center for Infectious Diseases (NCID), showed him examining reconstructed 1918 Pandemic Influenza Virus inside a specimen vial containing an orange-colored supernatant culture medium.Die Bundeshauptstadt bereitet sich auf eine kommende und schwere Grippe-Pandemie vor, und das bereits seit 2008. Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz hat nämlich schon vor einem Jahr den Rahmenplan Influenza Pandemie aktualisiert. Dies wurde nach Angaben aus der Hauptstadt der Bundesrepublik aufgrund neuer Erkenntnisse und veränderter Rahmenbedingungen notwendig: "Es gilt als wahrscheinlich, dass es in absehbarer Zeit zu einer erneuten weltweiten Influenza-Epidemie (Pandemie) kommen wird". Tatsächlich hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Staaten aufgerufen, sich auf eine Influenza-Pandemie vorzubereiten. Eine solche Pandemie könne möglicherweise durch Veränderung des Vogelgrippevirus A (H5N1) entstehen, vor allem in Kontakt mit dem H1N1 Schweinevirus, meinte man damals, und lag damit richtig. DerSchweinegrippe-Erreger H1N1 ließ spätestens seit Mexiko 2009 genau das eintreten, was die Fachleute damals befürchteten - die Verschmelzung zum mutierten Killervirus. Nahezu dreißig Jahre nach der Hongkong Version wird sich die Menschheit an ein neues Wort gewöhnen müssen: Die Mexiko-Grippe.


Und zwar immer nur dann, wenn sie sehr engen Kontakt mit erkranktem Nutzgeflügel hatten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Angaben der WHO bislang nicht nachgewiesen. "Jedoch kann dies in der Folge weiterer Veränderungen der sich ausbreitenden H5N1-Stämme nicht völlig ausgeschlossen werden", teilten die Berliner Gesundheitsbehörden mit noch im Jahr 2008 mit. Angesichts der jetzigen Schweinegrippe erlangen derartige Warnungen eine neue Bedeutung.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz befasste sich seit mehreren Jahren mit den Gefahren einer Influenza-Pandemie und den daraus erwachsenden Konsequenzen für Berlin. Zum Schutz der Bevölkerung wurde der sogenannte Berliner Rahmenplan Influenza-Pandemie entwickelt und im Mai 2006 vorgestellt. Dieser Plan ist auf der Grundlage des vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Nationalen Pandemieplans erstellt worden und wurde jetzt aktualisiert.

Das Ziel des Rahmenplans ist es, die Anzahl an Erkrankungen und an Sterbefällen während einer möglichen Influenza-Pandemie zu begrenzen und die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Das öffentliche Leben soll in seinen notwendigen Strukturen aufrechterhalten und der wirtschaftliche Schaden begrenzt werden.

Der novellierte Pandemie-Plan steht ab sofort an dieser Stelle zum Download bereit.

Ungelöste Probleme bleiben weltweit bestehen - auch ohne H1N1

Als besonders besorgniserregend gilt die tatsache, dass sie derzeitigen Grippeimpfstoffe in den USA gegen Influenza zunehmend wirkungslos sind, als Co-Infektionen bei betroffenen Patienten treten zudem bereits erste Fälle von MRSA auf. Darauf hat die US-amerikanische Seuchenbekämpfungsbehörde CDC bereits am 8. Februar 2008 in einem entsprechenden Meeting hingewiesen. Fachleute zeigen sich über die Widerstandskraft der Viren erstaunt: Eine derartige Erreger-Resistenzwelle habe man zum letzten Mal vor 30 Jahren beobachtet - 2 der 3 amerikanischen Vakzinkomponenten gegen Influenzaviren sind laut CDC „off-target“, also wirkungslos. Denn 93 Prozent der zirkulierenden Influenza B-Viren gehörten nämlich zur so genannten Yamagata-Linie, erklärte Joe Bresee, Chef der CDC Influenza Division. Dieser Erregerstamm erweise sich gegenüber der B-Komponente des diesjährigen Impfstoffs als resistent. (Foto: CDC)
von Vlad Georgescu


Bei der B-Komponente handelt es sich um ein B/Malaysia/2506/2004-ähnliches Virus, das wiederum der so genannten Victoria-Linie angehört. Weil Victoria und Yamagata unterschiedlich sind, sei auch die Rate der Cross-Protection gering.

Resistenzen sind laut CDC auch bei dem A/H3N2 Subtyp, A/Brisbane/10/2007-like, beobachtet worden. Die Behörde warnt auch vor möglichen Co-Infektionen mit Staphylococcus aureus (MRSA) – bislang sei ein solcher Todesfall zu beklagen, fünf weitere Menschen werden auf Grund dieser Erregerkombination nach Meinung der CDC in den kommenden Tagen ihr Leben verlieren.


Auch Tamiflu-Resistente H1N1-Viren erreichen USA und Kanada

Pandemic Influenza: The Inside Story. Nicholls H, PLoS Biology Vol. 4/2/2006, e50.Auch der gegenüber dem Wirkstoff Oseltamivir zunehmend resistente Grippeerregerstamm H1N1 hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt auch die Vereinigten Staaten und Kanada erreicht. Laut US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind in den USA mittlerweile fünf Prozent der getesteten Erreger gegenüber Tamiflu resistent. In Kanada liegt dieser Anteil bei etwa sechs Prozent, insgesamt 8 von 128 Proben reagierten laut WHO-Sprecher Gregory Hartl in Kanada nicht mehr auf den Wirkstoff Oseltamivir. Warum die Grippesaison 2007/2008 mit einer derart großen Resistenzwelle einhergeht, stellt die Fachleute vor einem Rätsel – und lässt die Wahrscheinlichkeit einer drohenden Pandemie weiter ansteigen.
Foto: Pandemic Influenza: The Inside Story. Nicholls H, PLoS Biology Vol. 4/2/2006, e50. Licensed under Creative Commons conditions


Resistente Grippeviren breiten sich in Europa aus - und beschäftigen die WHO

Influenza-Virus: Credit: NIAIDDie ersten Hinweise kamen zunächst aus Norwegen - jetzt befasst sich die Weltgesundheitsorgansiation WHO und das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) damit: Die Erreger der Influenza trotzen zunehmend dem Wiirkstoff Oseltamivir . Zu diesem alarmierenden Ergebnis gelangte das Norwegian Institute of Public Health in einer aktuellen Publikation. Danach waren von insgesamt 16 Influenza A(H1N1) Viren immerhin 12 gegenüber dem Anti-Influenza-Mittel Tamiflu resistent. Das Influenza Virus A(H1N1) dominiert diesen Winter die Grippesaison in Norwegen und dem restlichen Europa, und führt zu einer harmloseren Variante der Erkrankung als sein Pendant A(H3N2), das im vergangenen Jahr in Norwegen wütete. Im Rahmen des sogenannten VIRGIL (European surveillance network for vigilance against viral resistance) - Programms hatten Seuchenforscher insgesamt 148 Proben aus 10 europäischen Ländern untersucht. 19 Proben zeigten eine Resistenz des Influenzaerregers gegenüber dem Wirkstiff Oseltamivir. 12 dieser Proben kamen aus Norwegen.


Wissenschaftler warnen vor verheerender Grippeepidemie - Wirtschaft bangt

Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch Instituts, warnte bereits im vergangenen Jahr vor einer flächendeckenden Influenza-Pandemie. Die Hiobsbotschaft kommt nicht von ungefähr, denn die Wahrscheinlichkeit einer solchen Pandemie innerhalb der nächsten dreißig Jahre wird von internationalen Experten mit 90 Prozent angegeben. „Im schlimmsten Fall kann eine Influenza-Pandemie bis zu 100 Mio. Menschen das Leben kosten, eine Gefahrenkonstellation wie jetzt hat es bisher noch nie gegeben“, erklärte hierzu der Direktor des Influenza-Programms der WHO.

H5N1: Vogelgrippe nimmt weltweit bedrohliche Dimensionen an

Auch der gefürchtete Erreger der Vogelgrippe H5N1 breitet sich weiter aus und beschäftigt erneut die Weltgesundheitsorganisation WHO. In einem am 18. Januar vorgestelltem Report beziffert die WHO die weltweit gemeldeten Todesfälle bei Menschen auf nunmehr 218, bei insgesamt 350 humanen Ansteckungen. Allein in Indonesien fielen bis jetzt 97 Menschen dem Erreger zum Opfer. Fälle von aviärer Influenza bei Tieren melden jetzt ebenfalls der Iran und die Ukraine. Großbritanninen hat ebenso mit dem Virus zu kämpfen - erst kürzlich hatte die südenglischen Grafschaft Dorset infizierte Wildschwäne registriert.


Auch China meldete die Erkrankung eines Vaters und seines Sohnes in der Provinzhauptstadt Nanjing. Damit starben in China seit 2003 allein bis Februar 2008 nach offiziellen Angaben 17 Menschen an den Folgen einer H5N1-Infektion.

Der westliche Teil der rund um Warschau gelegenen polnischen Woiwodschaft Masowien wiederum wurde im Dezember 2007 von der Vogelgrippe heimgesucht. Dort konnten Forscher das Virus bei verendeten Legehennen in einem Bauernbetrieb nachweisen. Menschen erkrankten allerdings nicht.

Angesichts dieser Entwicklung setzt die EU auf die Einführung eines Vakzins gegegn H5N1. Vorergebnisse der ersten klinischen Prüfung eines neuen Impfstoffs gegen die aviäre Influenza Subtyp H7N1 („Vogelgrippe“) haben indes gezeigt, dass der Impfstoff sicher ist und von gesunden Freiwilligen gut toleriert wurde. Das gab die Europäische Kommission im Herbst vergangenen Jahres bekannt. Der Impfstoff wurde - von der Entwicklung des Vakzinevirus bis zum Abschluss des ersten klinischen Versuchs - von einem europäischen Forscherteam entwickelt und aus dem Forschungsrahmenprogramm der EU kofinanziert. Die Europäische Kommission verkündete zudem die Ergebnisse ihrer jüngsten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für neue Influenza-Forschungsprojekte: mit über 27 Millionen Euro für 11 neue Kooperationsprojekte setzt die Kommission ihre seit langer Zeit bestehende Unterstützung für innovative wissenschaftliche Lösungen zur Bekämpfung dieser tödlichen Krankheit fort.

Lesen Sie dazu auch folgende Artikel bei LifeGen.de:



(2008-05-09) Klimawandel: Gesundheitskosten steigen um bis zu 700 Mio. Euro/ Ärzte unzureichend vorbereitet
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(2008-04-30) Seuchen: China kämpft mit Hepatitis A-Epidemie
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(2008-04-15) Porno-Branche im Visier der Seuchenforschung
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(2008-03-28) Seuchen: Hantavirus breitet sich in Bayern aus
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(2008-03-27) Seuchenprävention: Breathe Technologies wirbt 15 Millionen USD ein
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(2008-03-09) Seuchen: Masterplan gegen das Norovirus
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(2008-03-06) Seuchen:
Chikungunya-Fieber Virus mutiert zur tödlichen Version

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(2008-02-20) Bioterror: Das potenzielle Comeback der Pockenviren
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(2008-02-16) REPORT: Iraq’s secret suppliers
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(2009-04-28)

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