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EXKLUSIV: Insider redet über Korruption- und Bestechungspraktiken bei Bayer

Es ist eine Sensation: Auf der Aktionärs-Hauptversammlung der Bayer AG will ein ehemaliger Pharmareferent über angebliche Korruptions-Methoden und Bestechungspraktiken des Konzerns berichten. Die Rede, die LifeGen.de vorab zugespielt wurde, erhebt schwere Vorwürfe und berichtet von einem internen Klassifizierungssystem der Kategorien A, B und C. Insider Alfredo Pequito arbeitete jahrelang als Pharmareferent für Bayer Portugal. Als er seine Arbeit aufnahm, wurde er von Bayer darauf aufmerksam gemacht, dass ihm zur „Verkaufsförderung“ hohe Summen zu Verfügung stünden. Hiermit sollten Urlaubsreisen, Elektrogeräte und Geldgeschenke finanziert werden, um das Verschreibungsverhalten von Ärzten zu beeinflussen. Gegen Pequito wurden bereits mehrere Anschläge verübt, er steht seitdem unter Polizeischutz. Lesen Sie was Pequito dem Konzern vorzuwerfen hat - an dieser Stelle ungekürzt und exklusiv bei LifeGen.de.


"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, hier sprechen zu können und möchte mich besonders bei der Coordination gegen BAYER-Gefahren für ihre ausdauernde Unterstützung bedanken.

Mein Name ist Alfredo Pequito. Ich bin Portugiese und wahrscheinlich den meisten von Ihnen nicht bekannt. Einige unter Ihnen werden wissen, dass ich die Öffentlichkeit und die portugiesischen Behörden auf korrupte Praktiken von Bayer im Gesundheitswesen aufmerksam gemacht habe.

Bis 1992 arbeitete ich für eine andere Pharmafirma und wurde dann von einem hohen Verantwortlichen bei Bayer abgeworben. Sobald ich meine Arbeit für Bayer aufnahm, im Dezember 1992, wurde ich darauf hingewiesen, dass mir jederzeit ein hoher Betrag zu Verfügung stünde, mit dem ich Ärzte unterstützen könne. Mit diesem Geld sollten in erster Linie Flüge und Urlaubsreisen finanziert werden. Dabei fungierten Reisebüros als eine Art Bank: Bayer hinterlegte dort mit den Medizinern ausgehandelte Summen für Flüge, und die Doktoren konnten damit zu Ärzte-Kongressen reisen oder aber gleich das Geld nehmen.

Bayer klassifizierte die portugiesischen Ärzte dabei in die Klassen A, B und C, abhängig davon, in welchem Umfang sie Medikamente verschreiben konnten. Die medizinischen Berater von Bayer waren angehalten, zusätzliche Informationen über die Ärzte einzuholen, zum Beispiel Zahl der Kinder, Hobbies, politische Einstellung und sogar sexuelle Vorlieben. Mit Hilfe dieser Dossiers und den Bonuszahlungen sollten die Ärzte dazu gebracht werden, Produkte von Bayer zu verschreiben.

Meine Frage an Bayer lautet: gibt es solche Ärzte-Dossiers auch in Deutschland?

Ich setzte diese Art von Geld während meiner Arbeit für Bayer nie ein, da dies meiner Meinung nach nicht zu meinen Aufgaben als medizinischer Berater gehörte. Nach einigen Jahren wurde ich nach einem ganz normalen Meeting überraschend aufgefordert, mich in der Personalabteilung zu melden. Dort wartete bereits der Personaldirektor, heute Vorstandsmitglied von Bayer Portugal. Er hielt mir vor: "Sie kaufen keine Ärzte, Sie hinterlegen kein Geld in Reisebüros, Sie reichen keine überhöhten Rechnungen ein, Sie kaufen keine Elektrogeräte für die Ärzte, die Sie betreuen. Sie akzeptieren also unsere Strategie nicht - damit dienen Sie dem Unternehmen nicht". Ich wurde gefeuert.

Das portugiesische Gesundheitsministerium veröffentlichte später eine Untersuchung, wonach Bayer im Jahr 1997 zwischen 5 und 10% des Pharma-Umsatzes, also etwa ein bis zwei Millionen Euro, für solch korrupte Praktiken. Zur Beruhigung meines Gewissens kann ich sagen, nie Teil eines solchen korrupten Systems gewesen zu sein.

Ich dachte, es sei meine Pflicht, den damaligen Vorstandsvorsitzenden von Bayer, Manfred Schneider, über solche Unregelmäßigkeiten in Kenntnis zu setzen. Ich erhielt lediglich die Antwort, dass Bayer Portugal autonom arbeite. Dies ist eine der vielen Ausreden der Konzernleitung.

Ich frage daher den heutigen Vorstandsvorsitzenden: tolerieren Sie es weiterhin, wenn bei Ihren ausländischen Tochterfirmen Korruption und Bestechung angewandt werden? Welche Konsequenzen hat Bayer daraus gezogen, dass sie in Portugal der Korruption überführt wurden?

Nachdem ich die portugiesischen Behörden auf diese Missstände hinwies, wurde eine Untersuchung der Generalstaatsanwaltschaft durchgeführt. Ich sprach mehrfach mit dem Gesundheitsminister, und auch die Parteien empfingen mich. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass sich korrupte Praktiken im gesamten Gesundheitswesen ausgebreitet hatten. Falls es Sie genauer interessiert: die Ergebnisse füllen vier voluminöse Bände. Belangt werden konnten jedoch nur Ärzte, die im öffentlichen Dienst arbeiteten, rund 10.000. Niedergelassene Ärzte wurden nicht behelligt.

Ich dachte wie viele andere auch, diese Enthüllungen würden die Regierung dazu veranlassen, wieder etwas Ordnung in diesen Sektor zu bringen, der schon lange im Gerede war, dessen Gepflogenheiten aber niemals so offen kritisiert worden waren wie von mir.

Bayer engagierte daraufhin eine berühmte Kanzlei aus Lissabon – Jardim, Sampaio, Caldas. Die Teilhaber dieser Kanzlei waren der damalige portugiesische Präsident, der Justizminister und der Verteidigungsminister. Die wirtschaftliche Macht ist augenscheinlich mit der politischen Macht eng verbündet.

Bayer und die mit Bayer verbündeten Politiker fanden dann eine Lösung: 1999 verkündete der Präsident der Republik zum 25. Jahrestag der Nelkenrevolution eine Generalamnestie, die auch für korrupte Praktiken im Pharma-Bereich galt. Die Amnestie wurde vom Präsidenten Jorge Sampaio und seinem Justizminister verkündet – beides Teilhaber der Kanzlei, die Bayer verteidigte. So blieb es bei einigen Geldbußen und Verurteilungen zu gemeinnütziger Arbeit.

Über Korruption und Bestechung hinaus gibt es weiter Missstände in Portugal, für die Bayer verantwortlich ist. Zum Beispiel führte Bayer ohne Kenntnis der Behörden und ohne medizinische Aufsicht klinische Untersuchungen durch, u.a. mit der Substanz Escadotril. In einem firmeninternen Memorandum heißt es: Placebo null Tote, Escadotril acht Tote.

Die portugiesische Medikamentenaufsicht Infarmed war über diese Tests von Bayer nicht informiert. Die Untersuchungen wurden mit Hilfe der beteiligten Ärzte verheimlicht. Erst Recherchen der Zeitung Expresso brachten die Fakten in die Öffentlichkeit.

Meine Frage an Bayer lautet: Warum wurde die Existenz dieser Studie verheimlicht? Warum hat Bayer nicht die Verantwortung für diese Todesfälle übernommen? Ist Bayer bereit, die Ergebnisse aller in Portugal durchgeführten klinischen Tests offen zu legen?

Aus Portugal wurden nie Nebenwirkungen von Lipobay gemeldet, obwohl dieses Präparat Tausende Patienten in aller Welt geschädigt hat und obwohl Lipobay auch in Portugal verschrieben wurde. Meine Frage an den Vorstand lautet: wie viele Lipobay-Verschreibungen gab es in Portugal und zu wie vielen Gesundheits-Schäden ist es gekommen?

Das gleiche gilt für das tödliche Herzmittel Trasylol. Seit Jahrzehnten waren Bayer die schweren Nebenwirkungen von Trasylol bekannt. Auch hierzu frage ich: wie viele Patienten wurden in Portugal geschädigt? Wann werden Sie dieses Präparat endlich vollständig vom Markt nehmen?

Herr Wenning, fühlen Sie Scham und Schuldgefühle für die Unglücksfälle, für die Sie in aller Welt verantwortlich sind?

Warum korrumpiert Bayer Ärzte und Apotheken in solcher Art und Weise? Vertraut Bayer seinen Produkten nicht und greift deswegen zu solchen Verkaufsmethoden?

Ich frage Sie: Welche Konsequenzen hat Bayer aus diesen Enthüllungen gezogen?

Diese beschämende Vorgehensweise ist wirklich kein Aushängeschild für ein großes Land wie Deutschland. Meine Familie und ich mussten stark unter dem Vorgehen von Bayer leiden. Ich hoffe, der Vorstand hat heute den Mut, meine Fragen ehrlich zu beantworten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."

Wir veröffentlichten die Rede von Alfredo Peqquito zur Dokumentation im Originalwortlaut der schriftlichen Fassung. Darin enthaltene Aussagen müssen nicht der Meinung von LifeGen.de entsprechen.


(2009-05-13)

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